Gottesdienst Neckartal   Gottesdienst Ammertal
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Wurmlinger Kapelle 01

Besonderheiten unserer Kirchen und ihre Erklärungen

 

Inhaltsverzeichnis

 
(1) St. Briccius (Wurmlingen)
(2) St. Clemens (Poltringen)
(3) St. Katharina (Wendelsheim)
(4) St. Magnus (Altingen)
(5) St. Michael (Entringen)
(6) Michaelskirche (Pfäffingen)
(7) Gemeindezentrum St. Moritz (Entringen)
(8) St. Stephanus  (Poltringen)
(9) St. Ursula (Oberndorf) 
(10) Wurmlinger Kapelle
(11) Zum unbefleckten Herzen Mariens (Kapelle in Oberndorf) 
  

St. Briccius (Wurmlingen)

 
Die Geschichte des hl. Briccius, nach dem diese Kirche benannt ist, wird bereits ausführlich behandelt unter https://se-pfaffenberg.de/index.php/gemeinden/wurmlingen/wurmlingen-gemeinde.  
Im Hochaltar befindet sich eine Darstellung des Gekreuzigten umgeben von den weinenden Frauen und dem Hauptmann, der im der Legende nach die Lanze in die Seite stieß (17. Jh.).
Über dem Tabernakel und in der Aussetzungsnische thront die Taube des Hl. Geistes (18. Jh.) 
Die linke Wand schmückt ein Kruzifix flankiert von zwei Statuen: Maria, der Mutter Jesu und Johannes, seinem Lieblingsjünger – urspr. nicht zusammen (15. Jh.). 
Rechts befinden sich 4 Ölgemälde des späten 17. Jh.; diese stellen 2 Männer und 2 Frauen des Dominikanerordens dar und sind aus Kirchberg bei Haigerloch (Dominikanerinnenkloster); Grund für diese Darstellung ist vermutlich, dass die letzte Nonne dieses Klosters aus Wurmlingen stammte.
 
 

St. Clemens (Poltringen)

 
Zur linken Seite des Langhauses oben ist eine Darstellung des heiligen Clemens angebracht, des Patrons dieser Kirchengemeinde. Er war einer der Apostolischen Väter und einer der ersten Bischöfe von Rom. Er gilt als Verfasser des 1. Clemensbriefs. In der Ikonographie – so auch hier – wird er oft mit Tiara und Kreuzstab dargestellt. Sie ist die älteste Figur dieser Kirche (ca. 1380). 
Im Langhaus befindet sich außerdem eine Darstellung der Kreuzwegstationen durch Johannes Wohlfarth. 
Das Deckenmedaillon zeigt eine Darstellung von Mariä Verkündigung, also des im Lukasevangelium geschilderte Ereignisses der Verkündigung durch den Engel Gabriel, dass die Jungfrau Maria den Sohn Gottes vom Heiligen Geist empfangen und ihn gebären werde.
Maria, die Mutter Jesu und der Jünger Johannes sind im Hochaltar als Figuren dargestellt. Mimik und Körperhaltung weisen darauf hin, dass sie trauern. 
Die Innenseite des Chorbogens besitzt eine Darstellung des heiligen Laurentius. Laurentius von Rom war ein römischer Diakon und starb als Märtyrer. Die meisten Darstellungen, so auch hier, zeigen ihn mit dem Rost, auf dem er hingerichtet wurde.
Im Chor steht außerdem eine Statue, die Jesus als Auferstandenen zeigt, der auf einer Art Wolkensaum steht. 
Über dem Wandtabernakel thront der heilige Sebastian, dargestellt sitzend und in vornehmer Kleidung, mit einem Pfeil in der Hand, da er der Legende nach durch Pfeile das Martyrium erlitt. 
Zum Hochaltar gehört eine Darstellung des heiligen Stephanus: Diakon der Jerusalemer Urgemeinde; gilt als erster Märtyrer des Christentums; in der einen Hand hält er die Märtyrerpalme, in der anderen die Steine durch die er zu Tode kam.
Ebenfalls zum Hochaltar gehört eine Darstellung des Johannes des Täufers: derjenige, der Jesus taufte
In der Predella wird das Tabernakel von folgenden Heiligen-Figuren flankiert: 
• Rechts die heilige Anna, Großmutter Jesu mütterlicherseits – hier dargestellt mit Maria und Jesus
• Links die heilige Elisabeth von Thüringen mit vor ihr kniendem Bettler: Diese war eine Prinzessin, die aufgrund ihrer Fürsorge für die Armen und Notleidenden u.a. als Schutzpatronin der Witwen und Waisen, Bettler, Kranken, unschuldig Verfolgten und Notleidenden; der Bäcker, Sozialarbeiter und Spitzenklöpplerinnen; des Deutschen Ordens, der Caritas-Vereinigungen gilt. 
 
 

St. Katharina (Wendelsheim)

 
Katharina, die Patronin dieser Kirchengemeinde (links vom Chorbogen dargestellt) zählt zu den heiligen vierzehn Nothelfern und gilt als Helferin bei Leiden der Zunge und Sprachschwierigkeiten. Sie ist Schutzpatronin der Schulen, der philosophischen Fakultäten, der Näherinnen und Schneiderinnen. Sie ist Patronin zahlreicher Kirchen und wird häufig – wie hier – mit ihren Attributen, Schwert und Rad dargestellt.
Außerdem dargestellt in dieser Kirche:
Thronende Madonna mit Kind (rechts vom Chorbogen)
St. Urban: 6. Bischof von Langres. Der Legende nach verbarg er sich vor seinen Verfolgern hinter einem Weinstock. In der christlichen Ikonographie wird er deshalb oft mit einer Traube von Weinbeeren oder einem ganzen Weinstock in der Hand abgebildet. Aus dem gleichen Grund gilt er auch als Schutzpatron der Winzer, obwohl diese Funktion oft fälschlicherweise auf den Heiligen und Papst Urban I. übertragen wird, dessen Gedenktag ist der 25. Mai, der Sankt Urbanstag.
Der heilige Nikolaus von Myra: (südliche Langhauswand) Der heilige Nikolaus hieß mit vollem Namen Nikolaus von Myra und lebte etwa um das Jahr 300 n.Chr. Über ihn weiß man nicht viel. Er war der Bischof von Myra in der heutigen Türkei und er soll den Armen geholfen und Tote wieder lebendig gemacht haben. Er gilt als Patron der Schüler und Studenten, Pilger und Reisenden, Liebenden und Gebärenden, der Alten, Ministranten und Kinder und auch von Dieben, Gefängniswärtern, Prostituierten und Gefangenen.
Sankt Barbara (rechts vom Heiligen Nikolaus): Barbara war vielleicht Märtyrerin unter Kaiser Gaius Galerius Valerius Maximinus. Sie ist aber eine historisch eher unwahrscheinliche Figur, dennoch eine der bekanntesten christlichen Heiligen.
Sankt Otilia/ Otilia von Elsass (nördliche Langhauswand): gründete das Kloster Niedermünster mit einem Spital unweit einer heilkräftigen Quelle; den Platz dieses Klosters hatte ihr nach der Überlieferung Johannes der Täufer in einer Vision gezeigt; erste Äbtissin wurde Odilias Nichte Gundelinde.
Die Pietà (it. für „Frömmigkeit, Mitleid“, nach lat. domina nostra de pietate „unsere Herrin vom Mitleid“), auch Vesperbild genannt, ist in der bildenden Kunst die Darstellung Marias als Schmerzensmutter mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus. Im Gegensatz zur Beweinung Christi liegt der Leichnam Jesu immer in Marias Schoß.
Heiliger Josef, bzw. Josef von Nazareth (über dem Nordportal): Laut Matthäus- und Lukas-Evangelium lebte er als Baumeister in Nazareth und war der Verlobte von Maria, die dann Mutter Jesu wurde. Nach späterer Überlieferung war er damals ein schon alter, 80-jähriger Mann. Als er erfuhr, dass Maria schwanger war, wollte er sich von ihr trennen; doch ein Engel erklärte ihm in einem Traumgesicht, dass Maria vom heiligen Geist schwanger sei, und Joseph blieb bei ihr. 
St. Jakobus (über dem Nordportal): gemäß der Ikonografie dargestellt mit Muschel, Pilgerhut und –stab; diese Ikonografie ist auf seine Missionarisierungsarbeit auf der gesamten Iberischen Halbinsel zurückzuführen, für die er auch häufig von Ort zu Ort ziehen musste
Fensterleibung des nordöstlichen Fensters: 
St. Urban: Er wird traditionell mit dem Urbanus identifiziert, den Paulus im Römerbrief als seinen Gehilfen bezeichnet (Röm 16,9); diese Gleichsetzung ist aber unbewiesen. Er soll später in Makedonien Bischof geworden und bei einem Volksauflauf gemeinsam mit drei Glaubensbrüdern den Märtyrertod gefunden haben. Urban wird als Heiliger verehrt; sein Gedenktag ist der 31. Oktober.
Papst Sixtus II: beendete den Streit mit den afrikanischen und östlichen Gemeinden über die Taufe von reuigen Häretikern und gilt als Märtyrerpapst; Patron für das gute Gedeihen der Trauben und der Bohnen, Patron für Schwangere; Patron bei Hals-, Rücken- und Lendenschmerzen. Geldbeutel oder Geldstück sind seine Attribute.
Dann gibt es in dieser Kirche noch zwei nicht näher definierbare Bischöfe, die sich gegenüberstehen.
Nordwand mit Passionszyklus:
Heiliger Erasmus:  Die Legende berichtet vom grausamen Martyrium des Bischofs von Antiochien in Kleinasien. Bei der Überfahrt mit einem Schiff nach Süditalien besänftigte er durch sein Gebet das Meer; so wurde er der Patron der Schiffer in Italien, Spanien und Portugal.
Segensreich wirkte der Bischof als Missionar in der Hafenstadt Formio, die zwischen Rom und Neapel liegt. Dort starb er unter Kaiser Diokletian den Martertod. Seine Gebeine wurden später nach Gaeta im Golf von Neapel gebracht; darüber bauten die Bewohner den Dom San Eramo.
Hl. Stephanus: Stephanus ist im Neuen Testament ein Diakon der Jerusalemer Urgemeinde. Er gilt als erster Märtyrer des Christentums
Hl. Dorothea: erlitt laut Legende in der Verfolgung unter Diokletian um 304 das Martyrium zu Cäsarea in Kappadozien. Auf dem Richtplatz betete sie zu Gott, er möge auf ihre Fürbitte alle aus jeder Not retten. Vielerorts wird sie der Gruppe der Vierzehn Nothelfer beigesellt.
Sie gilt als Patronin der Blumengärtner und -händler, Bräute, neu Vermählten, Bierbrauer; bei Armut, falschen Anschuldigungen, Geburtswehen, Todesnöten und ist hier traditionell dargestellt als Jungfrau mit Schwert und Palme, mit Körbchen mit Rosen und Äpfeln.
Hl. Helena: Flavia Iulia Helena, auch Helena von Konstantinopel, war die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, der das Christentum zur wichtigsten Religion des Römischen Reiches ernannte. 
Hl. Katharina, in ihrer Funktion als Königstochter mit Krone: Sie war Märtyrerin, Schutzpatronin der Schulen, der philosophischen Fakultäten, der Näherinnen und Schneiderinnen und bekehrte der Sage nach 50 römische Philosophen und die Kaiserin Roms zum Christentum. (Nach heutigem Forschungsstand handelt es sich bei Katharina mit großer Sicherheit um eine erfundene Gestalt.)
 
 

St. Magnus (Altingen)

 
Der heilige Magnus, nach dem diese Kirche benannt ist, lebte als Einsiedler im 8. Jahrhundert und gilt als Gründer der Abtei St. Mang. Im alpenländischen Raum verehrt man ihn als Schutzpatron und Nothelfer gegen Mäuse-, Raupen- und Engerling-Plagen.
An der Nordwand sind Szenen aus dem Marienleben zu erkennen. Etwas deutlicher sind die Darstellungen an der Ostwand: Goldene Pforte, Geburt der Maria, Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Christi, Anbetung und unten rechts das Abendmahl. Im Kreuzgratgewölbe sind die vier Evangelisten (Markus, Matthäus, Lukas, Johannes) mit den vier Kirchenvätern (Ambrosius, Hieronymus, Augustinus und Gregor der Große) zu sehen. Beachtenswert ist der gemalte Kassettenfries der inneren und äußeren Triumphbogenwand (Zugang zum Chor) sowie in der Laibung das Gastmahl auf der Geburtstagsfeier des Herodes Antipas bei dem die Hinrichtung des bereit inhaftierten Johannes des Täufers beschlossen wird -  mit dem Martyrium Johannes des Täufers.
An der Chorwand links findet sich eine Darstellung des hl. Christophorus: einer der 14 Nothelfer, Märtyrer; Patron von Werne; des Verkehrs, der Furten und Bergstraßen; der Fuhrleute, Schiffer, Flößer, Fährleute, Brückenbauer, Seeleute, Soldaten, Pilger, Reisenden, Kraftfahrer, Chauffeure, Luftschiffer, Straßenwärter, Lastenträger, Bergleute, Zimmerleute, Hutmacher, Färber, Buchbinder, Goldschmiede, Schatzgräber, Obsthändler, Gärtner, Athleten; im Osten der Ärzte und gegen Krankheit; von Bergstraßen, Festungen; der Kinder; gegen Pest, Seuchen, Epilepsie, unerwarteten Tod, Hagel, Augenleiden, Blindheit, Zahnweh, Wunden; gegen Feuer- und Wassergefahren, Dürre, Sturm, Unwetter. Gemäß der Geschichte, für die er am besten bekannt ist, wird er häufig – so auch hier – als jemand dargestellt, der das Christuskind trägt. 
In der Chorbogenlaibung findet sich eine Darstellung des hl. Vitus: einer der 14 Nothelfer (vierzehn Heilige aus dem zweiten bis vierten Jahrhundert); erlitt das Martyrium unter Diokletian; wird bei Erkrankung an Chorea angerufen
Im Chor Kreuzgewölbe Westfeld wird Bischof Augustinus dargestellt, einer der 4 Kirchenväter; Patron der Theologen, Buchdrucker und Bierbrauer; Patron für gute Augen. 
Im Chor Kreuzgewölbe Nordfeld befindet sich eine Darstellung von Kardinal Hieronymus: Sophronius Eusebius Hieronymus war ein Gelehrter und Theologe der alten Kirche. Er war Kirchenlehrer, einer der 4 Kirchenväter der Spätantike; Verfasser der Vulgata – der Bibelübersetzung in lateinischer Sprache, Verfasser eines Kommentars der Prophetenbücher.  
Im Chor Kreuzgewölbe Nordfeld befindet sich eine Darstellung von Bischof Ambrosius/ Ambrosius von Mailand: einer der vier Kirchenväter der Spätantike, war Bischof von Mailand; setzte sich als Bischof gegen den Arianismus – die Lehre, dass die Idee einer Trinität dem Monotheismus widerspräche – ein; zu seinen Werken zählen mehrere lateinische Interpretationen östlicher Kirchenväter.
Papst Gregor oder Gregor der Große wird im Chor Kreuzgewölbe Südfeld dargestellt: Er war einer der 4 Kirchenväter, der die Mönchsregel des Benedikt von Nursia für die gesamte Kirche als verbindlich erklärte und den Begriff Papst als ausschließliche Amtsbezeichnung für den Bischof von Rom festschrieb
Figuren der hl. Katharina und Barbara befinden sich an der Chor Ostwand: 2 der „3 Heiligen Mädchen“; Schutzpatroninen des Wehr-, Nähr-, und Lehrstandes; gehören zur Gruppe der Vierzehn Nothelfer; es handelt sich um Heilige, die sowohl Jungfrauen als auch Märtyrinnen waren.
 
 

St. Michael (Entringen)

 
Nach dem alttestamentlichen Buch Daniel ist der Erzengel Michael, nach dem diese Kirche benannt ist, der große Engelsfürst, der das Volk Israel vor den Persern beschützt. Außerdem war er der Engel, der Adam und Eva aus dem Paradies verjagte und seither das Paradies mit dem Flammenschwert bewacht. Der Judasbrief (NT) behauptet, dass er einst mit dem Teufel um den Leichnam Moses‘ stritt, als dieser den Leichnam für sich beanspruchte, weil Moses einen Mann erschlagen hatte (2. Mose 2,12). Im letzten Buch der Bibel, Offenbarung des Johannes) kämpfen Michael und seine Engel siegreich gegen den Höllendrachen.
Der Schlussstein des Kreuzrippengewölbes und Chorhauptes im westlichen Chorjoch zeigt das Lamm Gottes, dessen Kreuz-Fahne auf Christi Sieg über den Tod hinweist.
Im südöstlichen Chorhauptkapitell ist eine Weinrebe dargestellt, die das Blut Christi versinnbildlicht. Diese wird von einer Seite von einem Adler und von der anderen Seite von einem Löwen traktiert. Beides Symbole für Macht und Stärke, symbolisieren sie hier wohl den siegreichen Jesus und dessen Auferstehung. 
Als letzter Gewölbeschlussstein vor dem Chorhaupt, im Baldachin der Chornordwand  und als Schlussstein im Sakristeigewölbe findet sich eine Rose als wichtigstes Mariensymbol. 
Das Sonnengesicht an der Unterseite der Konsole ist eine Anspielung auf Mt. 17,2, wo es heißt „sein [Christi] Angesicht leuchtete wie die Sonne!“ Das Gesicht soll also vermutlich Christi Antlitz darstellen. 
Nürnberger Opferbecken: Das aus Messing getriebene Becken aus dem 16. Jh. trägt am Rand einen Blütenfries und am Boden das Lamm Gottes mit Kreuzstab, Siegesfahne und Blutkelch innerhalb eines Blattfrieses. 
Altarbehang (1998): In dem Wasser des Lebens und dem Lebensbaum mit 12 Früchten wird der Sieg Jesu über den Tod symbolisch dargestellt. 12 weist auch auf die vollkommene Anzahl der Gotteskinder hin, die in das Reich Gottes eingehen. Das der Lebensbaum hier die Form eines Kelchs hat soll sagen, dass sich das wahre Leben reingewaschen von aller Sünde wie ein unaufhörlich fließender Strom entfalten kann. Das Kreuz ist violett, also Zeichen der Buße. Rot symbolisiert sowohl die Märtyrer als auch die Flammen des Heiligen Geists. 
Die Entringer-Tugenden im sogenannten Schloss-Stuhl/ Chor-Gestühl: In der Brüstung sind außer den Familienwappen derer von Remchingen (gekreuzte Lilien-Lanzen) und von Gültingen (fliegende Adler) die drei christlichen Tugenden und die vier Kardinalstugenden als Frauen dargestellt.
Fides/ Glaube – Frau mit Abendmahlskelch, Hostie und Kreuz
Charitas/ Nächstenliebe – Frau, die Kinder um sich schart
Spes/ Hoffnung – Frau mit Anker
Justitia/ Gerechtigkeit – klassische Darstellung als Frau mit Waage und Schwert
Prudentia/ Klugheit – Frau mit zwei Gesichtern, Spiegel und Schlange
Temperata/ Maßvollheit – Frau, die in Weinkelch eingießt
Fortitudo/ Tapferkeit – Frau mit befeuertem Kanonenrohr auf der Schulter
Dabei wurden die vier Kardinalstugenden an die Entringer-Verhältnisse angepasst und beispielsweise anstatt der Weisheit die Klugheit und statt der Besonnenheit die Maßvollheit dargestellt. Auf der Rückseite des Säulenkopfes hat sich der Künstler außerdem mit einem Fantasiewappen verewigt, auf der Rückseite des anderen Säulenkopfes hat sich jemand anders (vermutlich der Zimmermann) mit einem anderen Fantasiewappen verewigt.
Ein biblisches Bilderbuch: Neun Gemälde, von denen heute acht die Betonbrüstung der Westempore schmücken und eines im Altarraum hängt. Ursprünglich waren diese Leinwandgemälde für die Orgelempore gedacht, mussten aber aufgrund einer Renovierung entfernt werden und werden seither an der Sakristei-Ostwand ausgestellt. Es handelt sich dabei um einfache Grundarbeiten über das Leben Jesu, die malertechnisch nicht optimal ausgeführt wurden:
1.) Verkündigungs-Engel bei Maria
2.) Geburt Jesu und Anbetung der Hirten
3.) Beschneidung Jesu
4.) die 3 Weisen
5.) Flucht nach Ägypten
6.) Jesus als 12-Jähriger im Tempel
7.) Taufe Jesus im Jordan
8.) Versuchung in der Wüste
9.) Jesus mit der Samariterin am Brunnen
Weihwasserbecken an der Außenmauer der Kirche (Mitte 15. Jh.): Dieses immer noch erhaltene Weihwasserbecken aus dem 15. Jh. legt nicht nur historisch Zeugnis dafür ab, dass man sich früher schon vor Eintreten in die Kirche bekreuzigte – im Gegensatz zu heute, wo das Weihwasserbecken dazu in der Kirche drin steht -, sondern es zeugt auch von der Toleranz, die in Entringen zwischen den Religionen herrscht. Schließlich ist Entringen heute überwiegend evangelisch und die Kirche inzwischen in evangelischer Trägerschaft. 
 
 

Michaelskirche (Pfäffingen)

 
Als gotische Holzfigur zu sehen ist der Erzengel Michael, nach dem diese Kirche benannt ist. Nach dem alttestamentlichen Buch Daniel ist er der große Engelsfürst, der das Volk Israel vor den Persern beschützt. Außerdem war er der Engel, der Adam und Eva aus dem Paradies verjagte und seither das Paradies mit dem Flammenschwert bewacht. Der Judasbrief (NT) behauptet, dass er einst mit dem Teufel um den Leichnam Moses‘ stritt, als dieser den Leichnam für sich beanspruchte, weil Moses einen Mann erschlagen hatte (2. Mose 2,12). Im letzten Buch der Bibel, Offenbarung des Johannes) kämpfen Michael und seine Engel siegreich gegen den Höllendrachen. Immer wieder ist Michael als Sieger über den Teufel dargestellt worden; wie er ihn fesselt, in den Abgrund stößt, zertritt und mit einer Lanze durchstößt. Auch die Darstellung in unserer Kirche ist dergestalt. Der alte Drache, gegen den sich die Lanze richtet, ist aber nur verhalten dargestellt. Er ist schon besiegt und die Aufmerksamkeit des Betrachters wird auf die Haltung Michaels und seinen Gesichtsausdruck gelenkt. Er steht nicht etwa als triumphierender Sieger dar, sondern mit geneigtem Kopf, ruhigem und mildem Gesicht. Zwar ist er mit einer Lanze dargestellt, aber dadurch tritt das Kämpfermotiv eher in den Hintergrund. Gottes Geist der Liebe und der Zuversicht und nicht etwa Schwert und Spieß haben das letzte Wort. Außerdem strahlt die Figur mit ihrem pausbäckigen, runden Gesicht etwas Kindliches aus und erinnert wohl an das Bibelzitat „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, so werdet ihr nicht ins Himmelreich kommen!“ (Mt. 18,3) Nach christlicher Tradition nimmt sich der Erzengel Michael außerdem der Toten an, damit sie den Weg ins Himmelreich finden. Dies knüpft wohl an die Stelle im Lukas-Evangelium an, in der Engel Lazarus in Abrahams Schoß tragen (Lk.16,22). Seit dem hohen Mittelalter wird der Erzengel Michael mit einer Seelenwaage im Weltgericht dargestellt. Ebenfalls seit dieser Epoche gilt er als der Schutzengel des deutschen Volkes. 
Im Innern der Saalkirche stehen außerdem lebensgroße Fresken der Apostel. Vom Chor aus rechts der Pfarrertafel sind dies:
Bartholomäus mit dem Messer, mit dem er hingerichtet wurde und seiner eigenen Haut über dem linken Arm; Er predigte der Überlieferung nach in Persien, möglicherweise auch in Indien, wo er eine hebräische Abschrift des Matthäus-Evangeliums hinterlassen haben soll. Teils wird ihm auch die Verbreitung des Evangeliums in Ägypten und Armenien zugeschrieben. Manche sehen in ihm auch den Bräutigam auf der Hochzeit zu Kanaan (Joh. 2,1 – 11).
Philippus – gemäß der Ikonographie mit Kreuzstab und Buch; Philippus wird im Johannes-Evangelium als Jünger beschrieben, der nicht alles versteht und trotzdem Menschen zum Glauben bringt.
Jakobus der Jüngere mit Walkerstange – Jakobus wurde der Überlieferung nach mit einer Keule oder Walkerstange erschlagen.
„Der ungläubige“ Thomas mit Lanze und Schriftstück; der Jünger, der zunächst Zweifel hatte, dass ihm wirklich Jesus erschienen war und der es erst glauben wollte, als er die Male berühren durfte, die Nägel und Lanze dem Gekreuzigten zugefügt hatten (Joh. 20) und der in Joh. 14 Jesu Anspielung auf sein baldiges Eingehen ins Himmelreich nicht verstand.
Johannes (Evangelist) der Ikonografie gemäß mit Adler und Giftbecher, aus dem eine Schlange kriecht, dargestellt; Der Oberpriester im Tempel der Artemis in Ephesos habe Johannes der Sage nach vor die Wahl gestellt, entweder den heidnischen Göttern (dargestellt durch Adler) zu opfern oder aus einem Giftkelch zu trinken. Johannes habe den Kelch bekreuzigt, aus dem sofort das Gift in Gestalt einer Schlange entwichen sei, ohne dem Heiligen zu schaden
Jaobus der Ältere, gemäß der Ikonografie dargestellt mit Muschel, Pilgerhut und –stab; diese Ikonografie ist auf seiner Missionarisierungsarbeit auf der gesamten Iberischen Halbinsel zurückzuführen, für die er auch häufig von Ort zu Ort ziehen musste
Andreas mit dem Andreaskreuz; Darstellung ist darauf zurückzuführen, dass er gekreuzigt wurde
Petrus mit den Himmelsschlüsseln; laut Mt. 16,19 sagte Jesus zu ihm „Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein.“
An der Südwand sind verschiedene Darstellungen aus dem Alten und Neuen Testament zu finden:
• Jesus als strenger Weltenrichter mit dazugehörendem Bibelzitat (Joh. 14,6) 
• Heilige Dreifaltigkeit, dargestellt als Dreieck - mit der Darstellung des Heiligen Geists als Taube, Gott Vater mit der Weltkugel, Jesus mit dem unvollständigen Kreuz (Zeichen, dass er das Kreuz überwunden hat) 
• Engel mit wehenden Tüchern als ständiger Vermittler zwischen Himmel und Erde (Offb. 14) 
• Außerdem die traditionelle Darstellung von zwei Evangelisten – Markus mit einem Löwen, Lukas mit einem Stier
• Paulus mit Schwert und Buch
• Jakobs Traum von der Himmelsleiter (1. Mose 28, 10 – 22)
• Kampf am Jabbok (1. Mose 32) 
An der Nordwand sieht man:
• Matthias, der Nachfolger des Judas, der mit dem Beil, mit dem er erschlagen wurde und einer Schriftrolle dargestellt wird
• Judas Taddäus (nicht zu verwechseln mit dem Verräter Judas) mit der Keule, mit der er erschlagen wurde 
• Simon der Zelot mit seinem Attribut, der Säge, mit der man ihn hingerichtet hat
• Matthäus mit dem Beil, mit dem man ihn erschlug
Im Altarraum befinden sich verschiedene Holzskulpturen aus der ersten Hälfte des 15. Jh.:
• Die bereits erwähnte Holzfigur des Erzengels Michael
• Trauernde Maria Magdalena: Begleiterin Jesu, half mit anderen Frauen beim Begräbnis und warZeugin der Auferstehung.
• Betender Johannes mit seinen Attributen Buch, Griffel und Tintenfass
Der Kanzeldeckel weist außerdem auf:
• Züngelnde Flammen und Tauben als Symbol des Heiligen Geists
• Goldene Engel und Blumenranken symbolisieren die Herrlichkeit des Himmelreiches
 
 

Gemeindezentrum St. Moritz (Entringen)

 

Mauritius oder auch St. Moritz war der Legende nach der Anführer der Thebaischen Legion und wird in der katholischen und der orthodoxen Kirche seit dem 4. Jahrhundert als Heiliger verehrt. Er gilt als Schutzheiliger des Heeres, der Infanterie, der Messer- und Waffenschmiede und wurde angerufen vor Kämpfen, Gefechten und Schlachten.
Am Einweihungstag des Gemeindezentrums fehlte noch ein Kruzifix. Dieses bekam man daraufhin leihweise von der Kirchengemeinde Poltringen zur Verfügung gestellt. Als das Kreuz einige Zeit später wieder an seinen Eigentümer zurückgegeben werden sollte, waren viele Entringer-Katholiken dagegen. So stellte man den Antrag, dass das Kreuz in St. Moritz als Dauerleihgabe bleiben sollte. Diesem wurde auch standgegeben. 
Die Glocke des Gemeindezentrums heißt „Der gute Hirte ruft uns“. Mit „guter Hirte“ ist Jesus gemeint. 
Auch ein Taufbecken ist vorhanden. 
Auch eine Marienstatue mit Jesuskind ist vorhanden. 
„La Virgine“ (Die Jungfrau) ist ein Aquarell-Gemälde des Malers Bartolome Esteban Murillo, bzw. eine Kopie desselben. Es stellt die Jungfrau Maria dar. 
 
 

St. Stephanus (Poltringen)

 
Der hl. Stephanus, nach dem diese Kirche benannt ist, ist im Neuen Testament ein Diakon der Jerusalemer Urgemeinde. Er gilt als erster Märtyrer des Christentums
An der Nordseite des Langhauses steht die einzige heute noch erhaltene Totenleuchte des Neckargebiets. Als Totenleuchte im engeren Sinn wird ein im Mittelalter auf Friedhöfen errichtetes freistehendes Bauwerk bezeichnet, das in seinem oberen Teil eine mehrseitig geöffnete Laterne enthält.
Der Tabernakel wird überhöht von der zentralen Marienfigur, der zu Füßen die Bibel und Agnus Dei dargestellt sind. Die Mittelnische zeigt vor blauem Hintergrund Maria als die Himmelskönigin, auf ihrer Linken das Jesuskind, das die goldene Weltkugel trägt. In ihrer Rechten hält sie ein Zepter – passend zur Darstellung als Himmelskönigin - und einen Rosenkranz. Auf einem Gesims über der Predella stehen zwei weiß-golden gefasste Ordensleute, ihre Blicke zur Gottesmutter gerichtet und auf sie weisend. Es handelt sich bei den beiden Ordensleuten um den heiligen Dominikus (erkennbar an dem zu seinen Füßen kauernden Hund mit Fackel im Maul) und um die heilige Katharina von Siena, die sich für die Verbreitung des Rosenkranzes starkmachte und hier deshalb dem Rosenkranz in Händen Mariens so zugewandt ist. Dazu noch zwei Leuchterengel. Den Tabernakel schmückt ein Stehkreuz mit am Fuße des Kreuzes stehender Gottesmutter. In der Übergangszone zwischen Mittelteil und Auszug des Altars halten zwei auf einem Gesims sitzende Engel ein Blütengebinde mit vielen Rosen über eine Darstellung der Jungfrau Maria als Königin des Rosenkranzes. Im Zentrum des rechten Auszugs befindet sich eine Darstellung der Steinigung des heiligen Stephanus, als einzige Darstellung des heiligen Stephanus in dieser ihm geweihten Kirche. 
In Anlehnung an die Kreuzigung Christi weist die Konsole vom Chorgewölbe eine Dornblattranke auf. Der Schlussstein des Chorgewölbes zeigt den heiligen Franziskus von Assisi, den Begründer des Ordens der Minderbrüder und Mitbegründer der Klarissen. 
Im Langhaus, besser gesagt in der Ecke zwischen Langhaus und Chor, befinden sich zwei Seitenaltäre aus dem 18. Jh. Der linke Seitenaltar wird beherrscht von einem Vesperbild (Darstellung Marias als Schmerzensmutter mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus. Im Gegensatz zur Beweinung Christi liegt der Leichnam Jesu immer in Marias Schoß). Es befindet sich unter einer Jakobsmuschel - möglicherweise in Anlehnung an den heiligen Jakobus, der in Spanien viele Heiden zum Christentum bekehrt hatte. 
Die Nische im Auszug (also ganz oben) zeigt die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer (ebenfalls unter einer Jakobsmuschel). Das später hinzugekommene Herz-Jesu-Relief darüber verweist auf Herz Jesu als Patron dieses Altars. 
Das Altarblatt des rechten Seitenaltars zeigt die Lichterscheinung des heiligen Fidelis von Sigmaringen, eines Philosophen und Juristen, der auch katholischer Ordenspriester (Kapuziner) und Märtyrer war. Vermutlich hat man sich für eine Darstellung dieses Heiligen entschieden, um die Verbundenheit mit dem Kapuzinerkloster in Rottenburg auszudrücken. Im Auszug sieht man eine Darstellung des heiligen Josef (17. Jh.) 
Die Kanzel – früher eines der wichtigsten Stücke der Kirchenausstattung – befindet sich auf der Nordseite des Langhauses. Der halbrunde Korb ist geschmückt mit den weiss gefassten, attributlosen Gestalten der Evangelisten – Johannes, Lukas, Markus und Matthäus. Aufgrund der Attributlosigkeit ist eine genaue Zuordnung des Evangelisten zu der Figur jedoch unmöglich. Die Gestalt des Jesusknaben über dem Kanzeldeckel ist ähnlich vage gehalten und von eher bescheidener Qualität. 
Gegenüber der Kanzel hängt an der Südwand ein Kruzifix aus dem 14. Jh. 
Jeweils auf der Nord- und der Südseite des Langhauses werden der Jünger Petrus und Johannes der Evangelist (lt. Kirchlicher Tradition der Verfasser des Johannes-Evangeliums) dargestellt (Darstellung aus dem 15. Jh.). Petrus ist leicht zu erkennen an dem „Himmels“-Schlüssel und der Bibel – vgl. Mt 16,19: „Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben.". Johannes der Evangelist ist erkennbar an dem Gift-Becher, mit dem er hingerichtet wurde. 
Auf der Empore steht ein Gnadenbild (Darstellung eines Heiligen, vor dem die Gläubigen die Gewährung einer Gnade von Gott erbitten) der Jungfrau Maria. 
 
 

Pfarrkirche St. Ursula (Oberndorf)

 
Die heilige Ursula von Köln, nach der diese Kirche benannt wurde, starb den Märtyrertod durch einen Pfeil, da sie sich ewiger Jungfräulichkeit verschrieben hatte und sich entsprechend dem Hunnenkönig verweigerte, der sie begehrte. 
Der spätgotischer Schnitz-Altar entstand um 1510/15 aus einer oberrheinischen Werkstatt. Zu sehen ist ein Altaraufsatz mit Marienkrönung; heilige Jungfrau Maria inmitten Christus und Gottvater. Zu sehen sind auf dem Altarbild folgende flankierende Ganzfiguren: 
• Johannes der Täufer: Wüsteneremit; derjenige, der Jesus taufte; Attribute des Täufers sind das Fellgewand, das er trug, sein Kreuzstab – wie hier dargestellt - oder ein Lamm, sowie der Zeigegestus auf Jesus
• Johannes der Evangelist: lt. Tradition Hauptautor des Johannes-Evangeliums; 
Lieblingsjünger; im Johannesevangelium in noch intimerer Nähe zu Jesus: 
Er liegt beim gemeinsamen Mahl der Jünger vor der Passion an der „Brust“ Jesu und wird in dieser Szene zum ersten Mal bezeichnet als „der Jünger, den Jesus liebte“ (13,23).
Er steht zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, unter dem Kreuz und erhält von Jesus einen besonderen Fürsorgeauftrag ihr gegenüber (19,26).
Er kommt zusammen mit Petrus als einer der ersten zum Grab Jesu und wird so zum Zeugen der Auferstehung (20,2).
Er identifiziert den auferstandenen Jesus vor den Jüngern (21,7).
Er wird am Schluss des Johannesevangeliums nicht nur als dessen Autor herausgestellt (21,24), sondern von Jesus auch mit einer besonderen Prophezeiung ausgezeichnet (21,20-23).
• Petrus: Laut Mt. 16,19 sagte Jesus zu ihm „Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein.“ Daher wird er häufig – so auch hier – mit einem Schlüssel oder Schlüsselbund dargestellt. Er ist der Bruder des Andreas. 
• Andreas: ehemals Fischer;  das Johannesevangelium berichtet, Andreas sei zuerst ein Jünger Johannes des Täufers gewesen, der ihn dann an Jesus wies, worauf er auch seinen Bruder Simon (Petrus) zu Jesus führte.
• Büste des Heiligen Sebastian: Märtyrer und Heiliger; Schutzpatron gegen die Seuche und Schutzpatron der Brunnen, wegen Art seiner Hinrichtung häufig durch Pfeile dargestellt, seiner Fürbitte wird das schnelle Erlöschen der Justinianischen Pest zugeschrieben.
• Sixtus: beendete den Streit mit den afrikanischen und östlichen Gemeinden über die Taufe von reuigen Häretikern.
• Laurentius von Rom: römischer Diakon zur Zeit des Papstes Sixtus II; starb als Märtyrer.
• Paulus: Missionar des Urchristentums und einer der ersten christlichen Theologen.
 
im Gesprenge befindet sich eine Kreuzigungsgruppe (bildliche Darstellung der Kreuzigung Christi mit einer Personengruppe zu Füßen des Kreuzes). Die gemalte Predella mit Darstellung Christi in der Mitte der Apostel im Chor der katholischen Kirche entstand Mitte 15. Jh.
 
Im Chorgewölbe finden sich außerdem zwei Schlusssteine, die Jesus Christus einmal als Schmerzensmann und einmal als Lamm Gottes darstellen. Zwei Rippenbündel auf der Chornordseite ruhen auf figürlichen Konsolen, die je ein Dämonengesicht und einen Mann unbekannter Herkunft darstellen. 
 
Die Nordwand des Chors weist ein Wandtabernakel auf, das zwei Engel darstellt, die die mit drei Nägeln durchsteckte Dornenkrone aus der Kreuzigungsszene halten. 
 
Die rechteckige Wandnische auf der rechten Chorseite diente zur Aufnahme der Kännchen für Wasser und Wein. 
 
 

Wurmlinger Kapelle

 
Das Hochaltarblatt zeigt den segnenden Kirchenpatron St. Remigius, begleitet von zwei Klerikern und umgeben von einer Gruppe Kranker und Hilfsbedürftiger, im Hintergrund die Darstellung des Kapellenbrands 1644. Remigius von Reims, nach dem diese Kapelle benannt ist, war ein aus gallo-römischem Adel stammender Bischof im Osten des heutigen Frankreichs, der den Merowinger-König Chlodwig I. taufte.
Die  Kopie einer Augustinusfigur aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts befindet sich ebenfalls hier. Augustinus von Hippo war ein Bischof und Kirchenlehrer und gilt als einer der vier lateinischen Kirchenväter. Er prägte die Lehren der katholischen Kirche z.B. in Fragen der Vorherbestimmung, der Trinität, aber auch der Höllenlehre und des Verhältnisses der Christen zu den Juden.
Das Altarblatt flankieren zwei gewundene, mit Blätterranken dekorierte Säulen, über deren Kapitellen in den Gesimsen geflügelte Engelsköpfchen erscheinen. Neben einem weiteren, mit Flammleisten dekorierten Säulenpaar befinden sich aussen die Standfiguren des hl. Georg (am besten bekannt für seinen Kampf gegen einen gefährlichen Drachen) links und des hl. Sigismund (durch sein Vorbild bekehrten sich viele Menschen vom Arianismus zur katholischen Kirche) rechts, der Namenspatrone des Altarstifters.
Thema des Blatts im rechten Nebenaltar ist das Martyrium des hl. Sebastian, des Patrons der 1688 gegründeten Wurmlinger Sebastiansbruderschaft, die auch Stifterin dieses Altarblatts war. Im Auszugbild erscheint der hl. Rochus mit dem Engel -  Rochus  und  Sebastian  waren einst vielverehrte Pestheilige.  Rochus wurde der Legende nach von einem Engel gepflegt und der Hund eines Junkers brachte ihm so lange Brot, bis er wieder genesen war und in die Stadt zurückgehen konnte, wo er weiterhin heilte, bis er dort die Pest besiegt hatte.  Sebastian stand eingekerkerten christlichen Glaubensgenossen in Rom bei, da ihm seine Stellung das erlaubte, konnte aufgrund seiner Stellung am römischen Hof für eine angemessene Bestattung der Märtyrer sorgen. Er wird häufig (so auch hier) mit Pfeilen dargestellt, da er durch selbige hingerichtet wurde. Er ist Schutzpatron gegen die Pest, andere Seuchen sowie Schutzpatron der Brunnen
 
Eine Konsole an der linken Chorwand trägt die Darstellung des hl. Wendelin (um 1770/80), des Schutzpatrons gegen Krankheiten von Vieh und Haustieren. Wendelin, hier in traditionellem Hirten-Stil dargestellt, da er ursprünglich als Hirte tätig war, war bekannt vor allem für seine Misssionarsarbeit in Trier. Er ist Schutzpatron der Hirten, Landleute und Tagelöhner.
 
 

Marienkapelle „zum unbefleckten Herzen Mariens“ 

 
Diese Kapelle auf dem Tannenrain in Oberndorf wurde von den Oberndorfern zum Dank für die Verschonung von Kriegsschäden gestiftet.
Die Marienkapelle „zum unbefleckten Herzen Mariens“ auf dem Tannenrain wurde im Oktober 1947 von den Oberndorfern eingeweiht. An den Arbeiten nahm nicht nur die Kirchengemeinde, sondern die ganze Bevölkerung Anteil. Sie hatten den Bau gelobt, nachdem der Ort bei einem verirrten Bombenabwurf 1944 unbeschadet davongekommen war. Zur Kapelle gehört auch ein Kreuzweg -dem Leidensweg Jesu Christi, nachgebildeter Wallfahrtsweg wie auch eine Andachtsübung, bei der der Beter den einzelnen Stationen dieses Weges folgt - mit 14 Stationen des Bildhauers Heinrich Schneider aus Bad Niedernau, gefertigt 1946 bis 1949.
Benannt ist sie nach der heiligen Jungfrau Maria.
 
 

Mehr Infos unter:


25 Jahre katholisches Gemeindezentrum St. Moritz in Ammerbuch-Entringen, Hrsg. Manfred Falkenberg 2012
Bauer, Reinhold 2002: Die Kirche im Dorf – St. Michael in Entringen
Keller, Andreas: Artikel Altingen – St. Magnuskirche, aus kirchen-online.org - http://www.kirchen-online.org/kirchen--kapellen-in-baden-wuerttemberg/altingen---st-magnuskirche.php, abgerufen am 05.10.2021
Keller, Andreas: Artikel Wurmlingen – St. Briccius im Dorf, aus kirchen-online.org http://www.kirchen-online.org/kirchen--kapellen-in-baden-wuerttemberg/wurmlingen---st-briccius-im-dorf.php , abgerufen am 05.10.2021
Die Michaelskirche in Pfäffingen 1711 – 2011, Festschrift aus Anlass des 300-jährigen Jubiläums mit zeitgenössischen und historischen Beiträgen aus unserer lebendigen Kirchengeschichte, Hrsg. SE Pfaffenberg 2011
Manz, Dieter 2006: Die Wurmlinger-Gotteshäuser, St. Briccius im Dorf, St. Remigus auf dem Berg, Geschichte und Kunst
Manz, Dieter 2010: Die Poltringer Gotteshäuser, Die Pfarrkirche St. Stephanus; Die ‚Dorfkirche‘ St. Clemens, Geschichte und Kunst
Manz, Dieter 1998: St. Katharina in Wendelsheim, Pfarrei und Pfarrkirche, Kirchenführer
Manz, Dieter 1991: St. Ursula in Rottenburg-Oberndorf, Pfarrei, Kirche und spätgotischer Schnitzaltar
Manz, Dieter 2017, St. Katharina in Wendelsheim – Pfarrei und Pfarrkirche – Stadt Rottenburg-Wendelsheim – Landkreis Tübingen – Bundesland Baden-Württemberg – Diözese Rottenburg-Stuttgart
Schäfer, Joachim: Artikel Martin von Tours, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon - https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Martin_von_Tours.htm, abgerufen am 25. 1. 2022
Schäfer, Joachim: Drei Heilige Mädchen, aus dem Ökumenischen Heiligenlexikon - https://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Martin_von_Tours.htm, abgerufen am 25. 1. 2022

Meine Information zu den Heiligen beziehe ich aus einer Online-Quelle, dem Ökumenischen Heiligenlexikon https://www.heiligenlexikon.de/.
 
Doris Schlapansky